5 Mythen über Kaffee

CAROMA Rohkaffeebohnen - AnitaAugscheller -49-300x199 in 5 Mythen über KaffeeFür unseren ersten Eintrag seit langem haben wir uns gedacht, dass wir mit den Irrtümern über Kaffee aufräumen. Warum? Weil es mich selbst faziniert hat, was man so über Kaffee hört, obwohl die Hälfte davon nicht bewiesen ist. Los geht’s.

 

1.) Kaffee macht süchtig.
Die erste Lüge (!), die ich beseitigen möchte, ist jene, dass Kaffee süchtig macht. Ich gebe zu, es gibt gewisse Ähnlichkeiten zu anderen Drogen: Wer über einen langen Zeitraum hinweg tagtäglich viel Koffein aufnimmt, braucht irgendwann immer mehr davon, um die gewünschte Wirkung zu erzielen. Das liegt daran, dass das Nervensystem bei starkem Koffeinkonsum die Zahl der entsprechenden Rezeptoren erhöht. Wer also täglich Kaffee konsumiert und von Heute auf Morgen damit aufhören möchte, der wird tatsächlich Entzugerscheinungen bekommen. Die verstärken sich sogar, wenn man von ganz viel auf ganz wenig oder kein Koffein umsteigt. Das heißt, wer täglich fünf Tassen Kaffee getrunken hat und jetzt damit aufhören möchte, der wird müde sein, Probleme mit der Konzentration und Kopfschmerzen bekommen und wird ein wenig kämpfen müssen. Ja, man könnte sagen, dass man Entzugserscheinungen hat, aber für eine wirkliche Sucht, ist der Koffeingehalt zu niedrig, sorry Kaffee-”Junkies”.

2.) Kaffee entwässert.
“Trink dein Glas Wasser zum Kaffee. Weißt eh, der entwässert so.” Das habe ich nicht nur einmal gehört. Jahrelang (zwei um genau zu sein) habe ich wie eine Blöde Wasser zu meinem Kaffee getrunken und mich bestätigt gefühlt, dass er entwässert, weil ich dauernd aufs Klo musste. Dass das an dem erhöhten Wasserkonsum und meiner kleinen Blase liegen könnte, ist mir natürlich zuerst nicht in den Sinn gekommen. Erst als mein kleiner Bruder mit dem Kaffeetrinken anfing und dazu nie Wasser trank, wurde ich stutzig: Er musste trotzdem nicht öfter die Toilette. Und ich? Ich musste auch ohne das Glas Wasser ständig aufs Örtchen. Kaffee regt den Harnfluss nur minimal an, man scheidet 84 Prozent der zu sich genommenen Flüssigkeiten anstatt 81 Prozent aus. Ein Risiko, das ich in Kauf nehmen kann. Das einzige: Wer nicht häufig Kaffee trinkt, könnte einen vermehrten Harndrang merken. Folglich: Trinkt mehr Kaffee, dann müsst ihr nicht so oft auf’s Klo!

3.) Kaffee hilft beim Ausnüchtern.
In wie vielen Serien und Filmen trinken die Darsteller nach einer langen (und flüssigen) Nacht eine Tasse Kaffee, um auszunüchtern und sich besser zu fühlen. An und für sich eine schöne Idee, aber wer den Selbstversuch einmal gemacht hat, weiß, dass Kaffee an der Promillezahl nichts ändert. Zwar macht er einen eventuell wacher und hilft beim einen oder anderen gegen Kopfschmerzen, den Alkoholgehalt im Blut verändert das Heißgetränk dabei jedoch nicht. Bedeutet: Wer vor 20 Minuten noch 0,7 Promille hatte, hat auch nach dem Kaffee noch mindestens 0,6 Promille und sollte deshalb NICHT mit dem Auto fahren!

4.) Kaffee verursacht Schlaflosigkeit.
“Nein, nach 17:00 Uhr kann ich keinen Kaffee mehr trinken, sonst kann ich die ganze Nacht nicht schlafen.” Wer den Satz noch nie gehört hat, werfe den ersten Stein. Dabei ist für echte Koffein- und KoffeINN-Liebhaber ein Kaffee am Abend kein Hindernis, ganz im Gegenteil. Durch das Koffeinn werden die Gefäße im Körper erweiter, was eine einschläfernde Wirkung hat. Jaja, da habt ihr immer brav auf den Gute-Nacht-Kaffee verzichtet und dann kommt die Erleuchtung. ABER: Wer sich nur selten dem Koffein hingibt, der sei gewarnt, denn im ungeübten Körper hat der Kaffee durchaus eine aufputschende Wirkung (nur kurz, aber doch).
Tipp: Am besten 15 Minuten vor dem schlafen gehen noch einen Kaffee trinken (dabei den Koffeingehalt aber bei unter 100mg halten!), dann ist das Hirn perfekt durchblutet, um gleich einzuschlummern. Negativ könnte der Geschmack der Zahnpasta auf den Kaffee sein, aber wer gut schlafen will, muss leiden.

5.) Kaffee ist IMMER ungesund.
Genau. Immer vor allem, dauernd. Schon das Denken an Kaffee ist ganz schlecht für den Körper! Mal ganz im Ernst: Erwachsene zwischen 18 und 65 Jahren können bei Normalgewicht bdenkenlos 400mg Koffein am Tag konsumieren. Das entspricht etwa 10 Tassen Kaffee. Wer mehr als das trinkt, hat vermutlich ein anderes Problem, aber wir wollen hier niemanden verurteilen. Wer sich an diese Vorgabe hält, bekommt wegen des Kaffees keine Beschwerden. Die Sache sieht allerdings anders aus, wenn man bereits im Vorfeld Herz-Kreislauf-, Blutdruck- oder Magenprobleme hat.

  • Wer Kaffee gutdosiert und regelmäßig trinkt, sollte davon keinen erhöhten Blutdruck bekommen, bei Gelegenheitstrinkern kann das schon der Fall sein.
  • Kaffee erhöht das Risiko für Schlaganfälle oder Herzinfarkte NICHT, wer aber schon Vorerkrankungen hat, sollte vorsichtig sein.
  • Auch bei Magenproblemen muss man nicht gänzlich auf Kaffee verzichten. Tatsächlich schädlich für den Magen sind nämlich nur die Bitterstoffe, die bei einer schnellen und starken Röstung freigesetzt werden. Deshalb ist es wichtig, dass man darauf achtet, dass der Kaffee lange und schonend geröstet wurde, wenn man die Belastung für den Magen vermeiden möchte.

Damit sind wir auch am Ende des heutigen Blogeintrags angekommen. Was lernen wir daraus? Kaffee ist toll und wer das nicht denkt, der soll Schokolade essen! Icon Wink in 5 Mythen über Kaffee

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